Ausbildung zur/zum Peer-Mediator/-in
an der Beruflichen Schule - Wirtschaft
Ein jährlich im Oktober beginnendes Angebot für Azubis und Schüler/-innen.
Was ist Mediation?
Mediation ist ein außergerichtliches, freiwilliges, unbürokratisches und kostengünstiges Konfliktbearbeitungsverfahren, eine Kommunikationsmethode mit dem Schwerpunkt der Konfliktlösung.
Die Konfliktparteien (Personen, Gruppen, Organisationen) finden unter Einbeziehung eines unparteilichen Dritten (Mediator) eigenverantwortlich gemeinsame Lösungsmöglichkeiten.
Der Mediator oder die Mediatorin führt nach festen Regeln und unter Anwendung verschiedener Kommunikationsmethoden den Mediationsprozess.
Die Inhalts- und Prozessverantwortung bei der Mediation sind getrennt. Das heißt, nicht die Mediatorin entscheidet, worüber die Parteien verhandeln und wie sie den Konflikt lösen wollen, sondern die Streitparteien.
Was ist Ziel der Mediation?
Grundlegendes Ziel ist eine verbindliche, in die Zukunft weisende Vereinbarung. Mediation dient der gütlichen Einigung zwischen den Parteien, fragt nicht nach Schuld, sondern danach, wie die Parteien in Zukunft miteinander umgehen wollen (lösungs- und zukunftsorientiert).
Wann ist Mediation sinnvoll?
Mediation ist dann angebracht, wenn der Konflikt soweit eskaliert ist, dass die Beteiligten außer Stande sind, alleine in direkten Verhandlungen die Probleme kooperativ zu lösen. Entscheidend ist letzlich die Bedürfnis- und Interessenlage der Parteien, die Bereitschaft, trotz Allem einvernehmliche Lösungen zu erarbeiten.
Besonders geeignet ist die Methode, wenn die Parteien, aus welchen Gründen auch immer, ein Interesse an einer künftig weiterbestehenden Beziehung haben (persönlich oder geschäftlich). Erforderlich ist, dass alle Beteiligten in der Lage und willens sind, eigene Bedürfnisse, Interessen und Wünsche zu artikulieren und zu vertreten.
Wann ist Mediation ungeeignet?
Weniger sinnvoll erscheint Mediation, wenn zwischen den Parteien ein extremes, auch nicht durch die professionelle Allparteilichkeit des Mediators ausgleichbares Machtgefälle besteht oder eine Grundsatzfrage im öffentlichen Raum entschieden werden muss. Mediation ist kein Wundermittel, eröffnet aber die Möglichkeit für eine selbstbestimmte Regelung oder gar Lösung.
Ausbildung an der BS Wirtschaft
Mit dem 26. und 27. Oktober 2010 startete die seit 2008 jährlich durchgeführte Schulungseinheit parallel wieder an beiden Schulstandorten (Schmarl, Südstadt). In insgesamt 20 Unterrichtsstunden werden die interessierten Auszubildenden und Schüler/-innen befähigt, auf den Stufen der Konfliktdynamik eine Mediation in Anwendung von Basistechniken der Verhandlungsführung durchzuführen.
Die Workshops basieren auf theoretischen und praktischen Übungen zu den Themen Kommunikation, Bestätigung, Stärkung des Selbstwertgefühls und Konfliktlösung.
Die Ausbildung fand wöchentlich Dienstag im Haus I und Mittwoch im Haus II, in der Zeit von 14:40 bis 16:10 Uhr statt. Die Durchführung erfolgt durch die Sozialpädagogin der Schule.
Welche Vorteile hat der Azubi bzw. der Schüler von der Ausbildung?
Die Schulung endet für die Teilnehmer/-innen mit dem Erhalt eines Zertifikates, welches die Inhalte der Ausbildung und somit die erzielten Sozialkompetenzen nachweisbar macht. Bei den Betrieben der Auszubildenden findet die Zusatzqualifikation eine hohe Anerkennung.
Die Schüler haben die Möglichkeit, sich nach der Ausbildung als Peer-Mediator/-in in der Schule zu beweisen. Durch die Schlichtung von Konfliktfällen auf der Schüler-Schüler-Ebene unterstützen und entlasten sie die Schulleitung, Lehrer und die Sozialpädagogin.
Welchen Vorteil hat die BS Wirtschaft von der Ausbildung?
Mediation will Gewalt verhindern, aber nicht den Streit. Daher bietet Mediation die Chance, Streit kultiviert auszutragen. Die Entlastung wird in zweierlei Hinsicht spürbar. Zum einen wird Energie und Stress reduziert, da der Unterricht durch das Delegieren von Streitfällen in den Schlichtungsraum störungsfrei wird. Zum anderen können zeitlich aufwendige Sanktionsmaßnahmen entfallen.
Die Fähigkeit, Konflikte sozialverträglich zu lösen, ist ein Beitrag zu mehr Frieden und respektvollerem Umgang miteinander und fördert somit eine positive Lernatmosphäre und das Klima in der Schule.
Mit der Einführung der Schulmediation können wir die vorhandenen Ansätze sozialen Lernens um ein wertvolles Element erweitern.
Wo erhalte ich Informationen zu Schulungsinhalten und Durchführungszeiten?
Ansprechpartnerin ist Frau Marquardt (Sozialpädagogin)
Aufgang F, Raum 113.
Anmeldungen werden mit Schuljahresbeginn entgegengenommen.